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Warum Bauernhäuser einen anderen Vermarktungsansatz benötigen als klassische Wohnimmobilien.

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass sich ein Bauernhaus im Grunde genauso verkaufen lässt wie ein Einfamilienhaus.

Schließlich handelt es sich in beiden Fällen um Wohnimmobilien.

Unserer Meinung nach zeigt sich in der Praxis  jedoch häufig ein anderes Bild.

Während bei klassischen Einfamilienhäusern viele Käufer ähnliche Anforderungen und Erwartungen haben, ist die Nachfrage nach Bauernhäusern oftmals deutlich individueller. Dadurch verschieben sich auch die Kriterien, die über Attraktivität, Marktgängigkeit und letztlich den Verkaufserfolg entscheiden.

Unterschiede zwischen Bauernhäusern und Einfamilienhäusern

Diverse Faktoren werden bei Bauernhäusern gänzlich anders gewichtet als bei Einfamilienhäusern. Nachfolgend einige Punkte:
 

  • Energetische Defizite werden von Käufern häufig unterschiedlich bewertet. Während eine schlechte Energieeffizienzklasse bei klassischen Einfamilienhäusern oftmals zu erheblichen Preisabschlägen führt, akzeptieren Käufer von Bauern- oder Landhäusern diese Einschränkungen häufig eher, wenn Lage, Charakter und Gesamtatmosphäre der Immobilie überzeugen.
  •  
  • Auch altersbedingte Gebrauchsspuren werden unterschiedlich wahrgenommen. Was bei einem Einfamilienhaus schnell als Sanierungsstau interpretiert wird, wird bei Bauernhäusern oftmals als Teil der gewachsenen Struktur und des besonderen Charakters betrachtet.

Diese Beispiele zeigen, dass sich die Erwartungen und Beweggründe vieler Käufer deutlich von denen klassischer Wohnimmobilien unterscheiden können. Genau deshalb führt bei Bauernhäusern nicht immer dieselbe Vermarktungsstrategie zum Erfolg, die bei einem Einfamilienhaus im Neubaugebiet funktionieren würde.

Andere Kriterien, andere Käufer

Wer ein Bauernhaus erfolgreich verkaufen möchte, muss zunächst verstehen, welche Käufergruppe angesprochen werden soll.

Denn nicht jedes Bauernhaus spricht dieselben Interessenten an.

Während sich manche Käufer bewusst eine sanierte Immobilie mit wenig Aufwand wünschen, suchen andere gerade nach Entwicklungsmöglichkeiten, Nebengebäuden oder großzügigen Flächen.

Deshalb beginnt eine erfolgreiche Vermarktung nicht mit der Erstellung eines Exposés, sondern mit der Frage:

Wer ist der wahrscheinlichste Käufer für genau diese Immobilie?

Ein hochwertig saniertes Bauernhaus spricht häufig andere Interessenten an als ein Resthof mit umfangreichen Nebengebäuden oder Entwicklungspotenzial. Während manche Käufer möglichst wenig Aufwand wünschen, suchen andere gerade nach Gestaltungsmöglichkeiten, Flächen für Tiere oder Raum für eigene Projekte. Bereits diese Unterschiede zeigen, dass nicht jede Immobilie auf dieselbe Weise vermarktet werden kann.

Welche Käufergruppen sich typischerweise für Bauernhäuser, Resthöfe und ehemalige Hofstellen interessieren und welche Motive dabei häufig eine Rolle spielen, haben wir in einem separaten Beitrag näher erläutert.

→ Gibt es überhaupt Käufer für Bauernhäuser im Allgäu?

Charakter schlägt Fakten

Käufer von Bauernhäusern kaufen häufig nicht nur eine Immobilie, sondern eine Vorstellung davon, wie sie künftig leben möchten. Das impliziert bereits, dass gänzlich andere Faktoren bei der Auswahl der passenden Immobilie wichtig sind. Dinge wie Atmosphäre, Geschichte, Lage, Freiheit und Möglichkeiten schlagen hier Dinge wie Baujahr, Wohnfläche und Energieeffizienzklasse.

Was bedeutet das für die Vermarktung?

Wenn Käufer andere Kriterien anlegen, andere Motive verfolgen und andere Eigenschaften einer Immobilie schätzen, hat dies zwangsläufig Auswirkungen auf die Vermarktung.

Denn eine Vermarktung kann immer nur dann erfolgreich sein, wenn sie die Aspekte sichtbar macht, die für die jeweilige Käufergruppe tatsächlich relevant sind.

Genau darin liegt häufig der Unterschied zwischen klassischen Wohnimmobilien und Bauernhäusern.

Nicht jede Immobilie muss jedem gefallen

Bei klassischen Wohnimmobilien wird häufig versucht, eine möglichst große Zahl potenzieller Käufer anzusprechen.

Bei Bauernhäusern führt dieser Ansatz jedoch nicht immer zum Ziel.

Je individueller eine Immobilie ist, desto wichtiger wird es, die passende Käufergruppe zu identifizieren und gezielt anzusprechen. Oft ist nicht die größtmögliche Reichweite entscheidend, sondern die richtige Ansprache der richtigen Interessenten.

Denn ein Käufer, der gezielt nach einem Bauernhaus sucht, bewertet dieselbe Immobilie häufig völlig anders als jemand, der ursprünglich lediglich nach einem Einfamilienhaus Ausschau gehalten hat.

Fazit

Bauernhäuser unterscheiden sich nicht nur architektonisch von klassischen Wohnimmobilien. Häufig unterscheiden sich auch die Käufer, ihre Beweggründe und die Kriterien, die letztlich über eine Kaufentscheidung entscheiden.

Wer diese Unterschiede berücksichtigt und die Vermarktung darauf ausrichtet, schafft deutlich bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Verkauf.

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